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| © unbekannt |
| Pilgerperformance in St. Paul vor den Mauern, Rom |
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Riemenschneiders Heiligenfiguren auf Pilgerreise Die Theaterwerkstatt Eisingen in Rom Roma, ante portas, vor den Toren Roms.... und der GPS- Routenplaner des Reisebuses findet unser Ziel nicht: San Paolo fueri le mure, St. Paul vor den Mauern, eine der vier Patriarchatskirchen von Rom, Hinrichtungsstätte und Grabmal des Hl. Paulus, Ort des Abschlussgottesdienstes der Pilgerfahrt zur Seligsprechung Kardinal von Galens in Rom und last not least Aufführungsort der Pilgerperformance unserer Theaterwerkstatt. Mit Hilfe dürftigsten Kartenmaterials haben wir unser Ziel gefunden und stehen im mächtigen Geviert des mit gewaltigen Säulen umsäumten Vorhofs der großen Kathedrale San Paolo fueri le mure. Hier im Schatten einer übergroßen Paulusfigur sollen wir laut Planung der münsteraner Organisatoren am Ende des Dankgottesdienstes unsere Performance zeigen. Im Gepäck haben wir acht Großmasken, die nach Heiligenfiguren von Tilmann Riemenschneider entstanden sind und bereits beim Würzburger Stadtjubiläum 2004 im Einsatz waren. Jetzt sind aus den Heiligen, wie wir selbst, Pilger geworden. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter euch“, so der Titel unserer 15 minütigen Darbietung. Was wir noch nicht wissen, zum Gottesdienst werden viereinhalb bis fünftausend Pilger erwartet. Als wir die Basilika betreten und die unzähligen Stuhlreihen für die Gottesdienstbesucher sehen, ist uns das Ausmaß unserer Unternehmung sofort klar. Niemals werden wir diese Menschenmassen nach dem Gottesdienst im Vorhof aufhalten können, um unsere Performance zu zeigen: „Wir werden überrannt“, da sind Viktor und ich einer Meinung. Die einzige Chance ist, die Performance nach dem Gottesdienst in der Kirche auf der Altarinsel zu spielen. Wir proben vorsichtshalber schon mal mit dem Ensemble, müssen aber unsere Pläne vor der Messe noch mit den Verantwortlichen aus Münster absprechen. Mit Hilfe von Diakon Enk und Pfarrer Wirth versuchen wir den verantwortlichen Domkapitular von unserer Idee zu überzeugen. Das ist nicht ganz leicht. Chor und Orchester haben eine letzte Stellprobe, alle Beteiligten sind in fieberhaften Vorbereitungen, das Kirchenschiff füllt sich mit Besuchern, auch unsere Darstellerinnen und Darsteller sind bereit, Domkapitular und Verantwortliche beraten noch über unser Anliegen. Es ist 15.50 Uhr, 40 Minuten vor Gottesdienstbeginn fällt die Entscheidung: Wir spielen vor dem Gottesdienst, eingebettet in ein offizielles Vorprogramm, und das beginnt in 10 Minuten. Dann also los. Das Auditorium wird um Ruhe gebeten. Pfarrer Wirth spricht eine Einleitung. In der Kirche ist es mucksmäuschen still. Alle Aufmerksamkeit richtet sich auf unser Spiel… Applaus, tosend. Wir haben es verwirklicht. Wir sind überzeugt, es war die richtige Entscheidung, vor dem Gottesdienst und in der Kirche zu spielen, und viereinhalbtausend Zuschauer hatten wir auch noch nie bei einem Liveauftritt. Für uns ein grandioser Abschluss einer grandiosen Pilgerreise. Karlheinz Halbig-Kolb
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