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Tanzensemble Matthias-Grünewald-Gymnasium und Theaterwerkstatt Eisingen Integratives Tanztheater Liebe = ???
Am 17. November 2005 hatte ein ungewöhnliches Tanztheater-Projekt im Tanzspeicher Würzburg Premiere. Sechs Tänzerinnen des Tanzensembles des Würzburger Matthias-Grünewald-Gymnasiums und neun Schauspielerinnen und Schauspieler der Theaterwerkstatt Eisingen aus dem St. Josefs-Stift, stehen gemeinsam auf der Bühne. Sie zeigen ein freie Bearbeitung der Mozartoper Don Giovanni nach der Vorlage des Theaterstücks der Theaterwerkstatt Eisingen "Liebe = ein seltsames Spiel". Weitere Aufführungstermine folgen. Das von der Theaterwerkstatt Eisingen bereits mehrfach gezeigte Tanz- und Ausdruckstheater "Liebe = ein seltsames Spiel" wurde als Gemeinschaftsprojekt mit sechs Tänzerinnen des Tanzensembles des Matthias-Grünewald-Gymnasiums neu konzipiert, verdichtet und in Ausdruck und Darstellung intensiviert. Vier gemeinsame Probentermine haben ausgereicht die beiden Ensembles zusammenzuführen und ein Theaterstück zu inszenieren, in dem die neun behinderten Schauspielerinnen und Schauspieler der Theaterwerkstatt Eisingen und die sechs nicht behinderten Tänzerinnen des Matthias-Grünewald-Gymnasiums gleichberechtigt mit- und nebeneinander agieren. Nahtlos fügen sich die Tänzerinnen in die Szenen mit ein und intensivieren durch ihr Mit-Spiel die Aussage des Theaterstücks. Christiana Wagner-Schneider, Leitern des Tanzensembles: „Schon bei den ersten Proben, die von den Leitern der Theaterwerkstatt Karlheinz Halbig-Kolb und Viktor Reinhold gekonnt zur Kontaktaufnahme zwischen beiden Gruppen genutzt wurden, waren die jungen Tänzerinnen beeindruckt von der höchst konzentrierten Arbeitsweise und der beträchtlichen Ausdauer, die die Mitwirkenden an den Tag legten." Durch die jungen Tänzerinnen und die Dynamik deren Tanzes hat das Stück einen neuen Rhythmus bekommen. Es war spannend, die unterschiedlichen Tempi der beiden Gruppen zusammen zu bringen. Mit einer ungeahnten Leichtigkeit ist das passiert. Auch mit einer großen Freude, mit viel Spaß und hoher Motivation. Das hat alle angesteckt.
Abgründe der verletzten Seele
Als „Schatten verflossener Liebschaften“ in schwarze Gewänder gehüllt bedrängen die Tänzerinnen zu Beginn den Schwerenöter (Don) Giovanni, sterben „1000 Tode“ beim Zweikampf von Oktavio und Giovanni und zeigen mit den Darstellerinnen und Darstellern der Theaterwerkstatt Eisingen ihre Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit in der Szene Tango. In einem fulminanten Solo tanzen die Schülerinnen – zu schrecklichen, aber auch erotischen Erinnyen gewandelt – Wut und Enttäuschung über eine verschmähte Liebe, und kämpfen gegen Ende des Stücks den treulosen (Don) Giovanni in einem grandiosen Showdown nieder. Dazwischen immer wieder wunderschöne Szenen im gemeinsamen Spielen und Tanzen. "Schwarzgekleidete Tänzerinnen huschen auf die Bühne. Es sind die schwarzen Seelen, die Don Giovanni erscheinen und bedrängen. Im ersten Teil des Stückes mischen sie sich wenig ein, dann wird ihr Tanz schneller, sie werfen ihre Umhänge weg. Und plötzlich steht eine bunte und junge Tanzformation auf der Bühne, die ausdrucksvoll die Abgründe der verletzten Seelen umsetzt." (Ludger Heuer, Main-Post, 23. Dez. 05)
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