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Die Darsteller hatten sich in der Probenzeit zunächst einmal mit dem Thema Liebe auseinander gesetzt. In zwei Workshops wurden Improvisationsszenen eingeübt. Dann erst entdeckte das Ensemble Mozarts Oper - eine ganz eigene Inszenierungsidee. In nur einer Stunde verstanden es die Darsteller - alles Menschen mit Behinderung - das Publikum wortlos für sich einzunehmen und mitzureißen. Statt mit italienischem Gesang oder Musik von Mozart wurden die Szenen mit Melodien beispielweise von Pink Floyd ("Dark side of the moon") untermalt. Verführung, Eifersucht, Wankelmut und Kampf kamen damit deutlich zum Ausdruck. Perfekt gespielt wurde Don Giovanni von Torsten Graf: Als einziger legte er bis zum Schluss seine Maske nicht ab - als Symbol dafür, dass er es als Schwerenöter ohnehin nie mit einer Frau ernst gemeint hatte. Alle anderen Liebespaare entledigten sich ihrer Maske, sobald sie den Partner fürs Leben gefunden hatten. Zu spät gelangt er zu der Erkenntnis: "Liebe kann man nicht kaufen, Liebe kann man nicht zwingen, Liebe ist wie eine Passionsfrucht", wie es der Poet alias Werner Hilscher betonte. Immerhin muss der Held hier nicht wie im Original einen grausamen Tod sterben, sondern sitzt verzweifelt am Boden. Das Stück endete mit dem Lied von Conny Francis: "Die Liebe ist ein seltsames Spiel". Mit dieser heiteren Melodie wurden die Gäste aus ihrer Melancholie gerissen und feierten mit dem Ensemble deren Erfolg. Weitere Aufführungen gibt es am Samstag, 20. und Freitag, 26.November, jeweils um 19:30 Uhr imTheater unterm Turm auf dem Stiftsgelände. Anschließend geht das Ensemble auf Tournee. |